Bekämpfung der roten Vogelmilbe

Vorweggesagt: Es ist nicht ganz einfach, die Rote Vogelmilbe wieder loszuwerden! Hinzu kommt, dass viele Züchter frustriert feststellen müssen, dass nur wenige Wochen nach der Bekämpfung der Parasiten die Population wieder rasant zunimmt. Einfach, weil nur wenige überlebende Milben ausreichen, um sich unter günstigen Bedingungen erneut rasant zu vermehren. Ein Grund, warum eine einmalige Behandlung im Allgemeinen nicht ausreicht. Um das Warum und das Wie zu verstehen, ist es wichtig den Lebenszyklus der Roten Vogelmilbe zu kennen.

Um Milben gezielt zu bekämpfen gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten: Biologisch, physikalisch und chemisch. Jeden für sich genommen ist bereits sehr effektiv – individuell miteinander kombinierbar erzielen sie synergetische Effekte.

Chemisch: Chemische Wirkstoffe machen die Milben und anderes Ungeziefer gezielt unschädlich.

Vorteil: Aktive Milben werden in kurzer Zeit effektiv getötet.

Physikalisch: Hier kommen zumeist Kieselgur-Produkte zum Tragen, die entweder als Pulver oder als Lösung im Stall und auf den Sitzstangen aufgetragen werden. Kieselgur besteht aus den fossilen Schalen abgestorbener Kieselalten, die über mikroskopisch kleine, messerscharfe Kanten verfügen, mit denen sie gezielt den „Chitinpanzer“ der Parasiten aufreißen, sobald diese mit der Substanz in Kontakt kommen. Die Schädlinge werden in der Folge regelrecht ausgetrocknet.
Eine weitere Möglichkeit ist das Ausflammen des Stalls: Hühner ausstallen, Einstreu verbrennen und mit dem Bunsenbrenner alle Nester, Stangen, Ritzen und Eckchen abflämmen. Viele Hühnerhalter sprühen nach dem Ausflammen den Stall zusätzlich mit Kieselgur ein und geben den Tieren Kieselgurpulver mit ins Sandbad.

Vorteil der Kieselgur-Produkte: Durch die Langzeitwirkung werden auch nachfolgende Generationen gestoppt!

Biologisch: Hier kommen „Kräuterextrakte“ zum Einsatz, die über das Futter oder das Wasser von den Wirtstieren (Hühner, Tauben) aufgenommen werden. Diese Kräuterextrakte enthalten spezielle Kräuter und Samen, die auch in der Natur vorkommen und Stoffe enthalten, die zu einer „natürlichen“ Milbenabwehr beitragen können, indem sie den Geruch des Huhns oder der Taube ändern. Der veränderte Geruch wirkt sich wie eine Art olfaktorisches Schutzschild aus, mit der Folge, dass die Tiere von den Milben gemieden werden.

Vorteile: Die Milben werden von den Wirtstieren ferngehalten. Diese Kräuterextrakte enthalten weder Pestizide noch Biozide, sind unbedenklich für Tier und Halter und die Eier können ohne Bedenken verzehrt werden.

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