Schadwirkung der roten Vogelmilbe

Kranke Hühner: Ein Befall mit Roten Vogelmilben führt zu starkem Kratzen und löst Stressreaktionen vom Federpicken bis zum Einstellen der Legetätigkeit aus. Im schlimmsten Fall führt der andauernde Blutverlust zum Tod des Huhns.

Die Rote Vogelmilbe ernährt sich vom Blut von Wild-, Sing-, Zier-, und Wirtschaftsgeflügel. Vor allem Legehennen sind – vermutlich begünstigt durch die Art ihrer Haltung – betroffen. Bei Nahrungsmangel befällt die Rote Vogelmilbe auch Menschen und andere Säugetiere. Allerdings konnte ein erfolgreiches, für die Vermehrung nötiges Einnehmen einer Blutmahlzeit bei Säugetieren, bisher in Experimenten nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich aufgrund der Unterschiede in der Beschaffenheit zwischen der Haut von Vögeln und von Säugern. Die Rote Vogelmilbe bohrt sich nicht wie andere Blutsauger in die Haut, sondern hinterlässt Speichel in den oberflächlichen Bisswunden, der zu stark juckenden Pusteln bis hin zu unangenehmen Entzündungen führen kann. Vorhandene Parasiten können problemlos unter der Dusche abgespült werden.

Beim Wirtschaftsgeflügel sorgt das Aufkommen der Roten Vogelmilbe – je nach Stärke des Befalls – für Unruhe in der Herde. Die Hautirritationen führen zu starkem Kratzen und lösen Stressreaktionen, von Federpicken bis hin zum Einstellen der Legetätigkeit aus. An den Bisswunden kommt es häufig zu Entzündungen. Das Immunsystem der Tiere wird geschwächt. Im schlimmsten Fall kann der ständige Blutverlust sogar tödlich für die befallenen Tiere sein. Darüber hinaus stehen Vogelmilben in dem Verdacht, Salmonellen zu übertragen.

Die Rote Vogelmilbe ist verantwortlich für:

  • Blutarmut
  • erhöhten Stress
  • Gewichtsverlust
  • verringerte Legeleistung
  • schlechtere Futterverwertung
  • Übertragung von Krankheitserregern wie Diphterie, Vogel-Cholera uvm.
  • Schwächung des Immunsystems
  • schlechte Zuchtergebnisse
  • führt im schlimmsten Fall zum Tod

 

Macro-Aufnahme in einem befallenen Hühnerstall: Die grauen, Asche-ähnlichen Flecken auf dem Holz sind die Ausscheidungen von aktiven Milben.

Anzeichen für das Vorhandensein der Roten Vogelmilbe

Da die Rote Vogelmilbe zum einen nachaktiv, das Tageslicht hasst und zum anderen mit dem bloßen Auge kaum auszumachen ist, haben wir ein paar Tipps für Euch zusammengestellt, die Euch helfen, den kleinen Biestern auf die Schliche zu kommen.

Falls Ihr tagsüber keine Hinweise auf Milben findet, könnt Ihr auch nachts noch einmal einen gezielten Blick in den Stall werfen. Wenn Ihr auch dann keine Milbenspuren entdeckt, ist Euer Stall wirklich Milbenfrei. Solltet Ihr aber Milben haben, dann empfehlen wir Euch in jedem Fall, den Stall regelmäßig zu überprüfen! Denn wie schon erwähnt: ein paar überlebende Milben oder Milbeneier reichen aus, um unter günstigen Bedingungen eine neue Milbeninvasion auszulösen!

1. Bei Tag – Anzeichen und Symptome bei den Hühnern:

  • Die Legeleistung ist ohne erkennbaren Grund geringer, als üblich.
  • Es finden sich Eier außerhalb der Nester oder sogar außerhalb des Stalls, weil die Hennen die Legenester meiden.
  • Winzige Blutspuren auf den Eiern von zerquetschten Milben.
  • Die Hühner wirken anämisch, Kamm und Kehllappen sind deutlich blasser, als üblich.
  • Hahn und Hühner suchen zur Schlafenszeit offensichtlich ungern ihren Stall auf oder meiden ihn sogar.
  • Das Eigelb ist deutlich blasser, als sonst.

2. Bei Tag – Anzeichen im Hühnerstall:

  • Graue, Asche-ähnliche Flecken auf dem Holz zeigen die Ausscheidungen von aktiven Milben.
  • Löse die Sitzstangen und überprüfe insbesondere die Stangenenden sorgfältig auf Milben.
  • Überprüfe die Ecken der Nester sowie Risse und Spalten im Holz. Milben finden sich in der Regel in Gruppen zusammen und meist ganz in der Nähe der Schlafplätze.Übrigens: Rote Vogelmilben finden sich in einem Plastikhühnerhaus ebenso, wie in einem Stall aus Holz!

3. Bei Nacht – Anzeichen im Hühnerstall:

  • Sobald es dunkel ist, nimmst Du eine Taschenlampe, ein Stück weiße Küchenrolle, Klopapier oder ein Papiertaschentuch und wischt dort, wo Deine Vögel schlafen, die Unterseite der Stange fest mit dem Papier ab. Wenn sich Blutspuren auf dem Gewebe zeigen, dann ist das ein Anzeichen für zerquetschte Milben nach einer Blutmahlzeit. Bleibt das Papier klar ist der Stall Milbenfrei!
  • Mit der Taschenlampe gezielt in die Ecken und Ritzen der Nester leuchten – bei einem stärkeren Befall mit Milben kann man die Biester bei Dunkelheit förmlich aus den Ritzen herausquellen sehen.

Tipp: Die Sitzstangenenden mit doppelseitigem Klebeband umwickeln und am nächsten Morgen überprüfen, ob Milben auf dem Weg zu ihrem Opfer darauf kleben geblieben sind.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.